Berichte von 12/2014

Mendoza Santiago Valparaiso

Donnerstag, 18.12.2014

 

Am Montag, dem 8. Dezember, machten Max und ich uns per Fernbus nach Mendoza auf, um die höchsten Berge der Anden zu sehen. Über Nacht fuhren wir insgesamt 15h Bus, um am Dienstagmorgen anzukommen. In Mendoza suchten wir zunächst unseren Couchsurfingkontakt Eduardo auf, der glücklicherweise nicht nur in Busbahnhofsnähe wohnt, sondern auch mitten in der Innenstadt. Nachdem wir uns vorgestellt hatten und Tipps für die Stadterkundung bekommen haben, machten wir uns auf, uns die Sehenswürdigkeiten der Stadt anzuschauen. Diese bestehen aus einigen schmucken Plätzen, sowie einem riesigen Stadtpark. Generell ist Mendoza eine sehr grüne Stadt, weil nahezu sämtliche Straßenzüge mit Bäumen gesäumt sind. Diese werden alle durch künstliche Bewässerung am Leben gehalten, da es in Mendoza nahezu nie regnet.

Nachdem wir uns die Stadt angeschaut hatten, besuchten wir sämtliche Touristenanbieter, um uns einen Plan für die nächsten Tage erstellen zu können. Schließlich entschieden wir uns, den nächsten Tag Raften zu gehen. Gegen Nachmittag gönnten wir uns noch eine ordentliche Portion Eis und benutzten zum ersten Mal seit 4 Monaten wieder einen Ofen zum Backen von Pizza, da wir zuhause keinen haben. Unser Couchsurfinggastgeber war überaus freundlich und wir fühlten uns vom ersten Tag an zuhause. Achja, in Mendoza werden die Straßen mit Palmwedeln gesäubert ( siehe Foto).

 

Morgens gegen 9:00 wurden wir zum Raften abgeholt. Entlang einer atemberaubend schönen Straße fuhren wir entlang des Rios Mendozas hoch. Rote, schwarze, braune Felsen wechselten sich mit schneebedeckten Gipfeln ab. So eine Landschaft hatte ich noch nie gesehen. In einer wunderschönen Schlucht ging es also eine gute Stunde den Rio Mendoza entlang. Laut unseres Guides hatte der Fluss so viel Wasser, wie in den letzten 2 Monaten nicht mehr. Dadurch durchfuhren wir besonders starke Stromschnellen und hatten natürlich besonders viel Spaß. Danach bekamen wir noch ein bisschen Zeit zur freien Verfügung, ehe wir nachmittags zurückfuhren. Am Abend besuchten wir noch mit Eduardo ein öffentliches Konzert eines Sinfonieorchesters, das berühmte Filmmusik spielte.

 

Am Donnerstag fuhren wir früh morgens mit dem Bus um 6:00 zum 2800m hoch gelegenen Eingang des Nationalparks Aconcagua ( der weiße Gipfel auf dem ersten Bild). Von dort aus wanderten wir 3h und 10km zum ersten Zeltlager, Confluencia, für die Besteiger des Aconcaguas auf 3400m Höhe. Diese Wanderung inklusive Rückkehr stellte sich insbesondere durch die Höhenluft, als sehr anstrengend dar. Doch die Panoramen der umliegenden 5000 und 6000m hohen Gipfel entschädigten für sämtliche Mühen. Nach dieser Wanderung gingen wir noch 2km die Passstraße zur Punta del Inca herab. Diese gelbschimmernde Sehenswürdigkeit ist ein eingestürztes Thermalbad, an dem sich viele Mineralien abgesetzt haben. Von der Punta del Inca aus nahmen wir schließlich einen Bus nach Mendoza. Erschöpft fielen wir ins Bett, doch die beeindruckenden Aussichten waren jede Mühe wert.

Am Freitag zogen wir schließlich um, da Eduardo neue Gäste empfing. So zogen wir zu dem Couchsurfer Ezequiel, der uns ebenfalls sehr herzlich aufnahm. Direkt nachdem wir unsere Rucksäcke gebracht hatten, fuhren wir mit dem Bus in das Weingebiet Maipu. Dort mieteten wir ein Fahrrad und fuhren von Weingut zu Weingut. In jedem Weingut probierten wir drei oder vier Weine, um anschließend weiterzufahren. Mit bester Stimmung kamen wir zurück und hatten einen schönen Abend mit Ezequiel und seinen Freunden.

Am nächsten Morgen fuhren wir um 6:00 zu einem Event, dass wir bei Couchsurfing gefunden hatten. Ein Mann, Luis, bot an, morgens einen Berg zu besteigen und nachmittags ein Asado zu machen. So bestiegen wir in einer kleinen Gruppe den 2100m hohen Cerro Comission und machten dabei vom Startpunkt aus mehr als 1000 Höhenmeter. Auf dem Abstieg wurden wir zwar von einem Unwetter überrascht, doch pünktlich bei der Ankunft am Startpunkt zeigte sich wieder die Sonne und einem guten Asado stand nichts mehr im Wege. Den Abend verbrachten wir entspannt mit unserem Couchsurfinggastgeber.

 

Am Sonntag schliefen wir das erste Mal aus, und erholten uns von den vorherigen anstrengenden Tagen. Abends besuchten wir mit Ezequiel und seiner Freundin erneut Freunde von ihm und verbrachten einen guten Abend. Um 22:30 fuhr schließlich der Bus nach Santiago de Chile über Nacht. Dort angekommen brachten wir unser Gepäck zu einem weiteren Couchsurfer, ehe wir einen Bus nach Valparaiso nahmen. Diese wunderschöne Stadt am Meer mit vielen künstlerisch bemalten Häusern und Straßen erkundigten wir leider im Schnelldurchgang, da wir nachmittags mit meiner ehemaligen Schulkameradin Annalena Henneke in Santiago de Chile verabredet waren. Sie zeigte uns die Stadt, in der sie für einige Monate lebt.

Am Abend gingen wir früh schlafen, um die 30h Heimreise am nächsten Tag gut zu überstehen. Am Dienstag ging es nämlich zunächst über eine wunderschöne Passstraße nach Mendoza und von dort aus nach Buenos Aires. Durch eine Mandelentzündung begünstigt kam mir diese Fahrt im Bus ewig vor, doch schließlich kamen wir am 17.12 wohl behalten in Cardales an.

Am 18.12 kamen nun meine Mama und Schwester in Buenos Aires an und jetzt verbringen wir gemeinsam Weihnachten. In diesem Sinne: Frohe Weihnachten!

Argentinien, Brasilien, Paraguay

Samstag, 06.12.2014

   

Die Überschrift klingt nach einer riesigen Reise, war sie jedoch nicht. Am Sonntagnachmittag machten Max, Jeremias und ich uns zum Busterminal in Escobar auf. Dort stiegen wir in den Bus, wo uns zu unserer Überraschung Camasitze, statt Semicamasitze zugewiesen wurden. Diese Sitze waren sehr weit zurückstellbar und man konnte während der zwanzigstündigen Fahrt nach Iguazu hervorragend schlafen. Am Abend wurden wir im Bus noch mit Essen versorgt, ehe wir lange und tief schliefen.

Am nächsten Morgen wollten wir eigentlich Jesuitenruinen besuchen, doch aufgrund starken Regens wurde dies auf Freitag verschoben. Dafür besichtigten wir eine stillgelegte Edelsteinmine. Ansonsten befanden wir uns in einem nichtmals halbbesetzen Bus mit ausschließlich Rentnern. Bevor wir Nachmittags am Hotel abgesetzt wurden, besichtigten wir noch das Dreiländereck von Brasilien, Argentinien und Paraguay (siehe vorletztes Foto: links Paraguay, rechts Brasilien). Abends erkundeten wir noch Puerto Iguazu, die Stadt in der wir wohnten. Früh kamen wir jedoch zurück, da es am nächsten Morgen zur argentinischen Seite der Wasserfälle gehen sollte.

 

Am zweiten Tag ging es schließlich zur argentinischen Seite der Wasserfälle. Zunächst gingen wir gemeinsam einen 9km langen Trail durch den Dschungel, ehe wir uns den Wasserfällen widmeten. Auf diesem Weg haben wir zahlreiche Tiere, wie Affen oder Nasenbären, gesehen. Zu der frühen Stunde waren wir nahezu allein auf dem Trail und konnten die außergwöhnliche Natur der Subtropen genießen. Danach ging es zu den Wasserfällen. Ihr Anblick war überwältigend. Besonders beeindruckt hat mich die Tatsache, dass man auf der argentinischen Seite gerade mal die Hälfte der Wasserfälle sieht. Dafür kam man dank hervorragender Stege sehr nah an die Wassefälle heran und hatte viele tolle Perspektiven. Nach diesem Tagesausflug ruhten wir uns im Hotel aus und gingen erneut früh schlafen, um am nächsten Tag die brasilianische Seite zu erkundigen.

     

Kaum kamen wir an den Wasserfällen an, bot sich uns ein atemberaubender Anblick. Nahezu sämtliche Wasserfälle waren auf einer Länge von 3km zu sehen. Die Meinung unseres Reiseführers, "In Argentinien fühlt man die Wasserfälle, in Brasilien sieht man sie.", kann ich voll bestätigen. Man sollte auf jeden Fall beide Seiten gesehen haben. Nach der ausgiebigen Besichtigung machten wir uns mittags in die brasilianische Statt Foz de Iguazu auf. Dort gab es nicht viel zu sehen. Lediglich Schüsse vom angrenzenden Militärgelände erschreckten uns kurz. Am Abend entspannten wir am Pool und gingen bei einem Mexikaner essen.

 

Am Donnerstag machten wir uns in die Stadt Ciudad del Este in Paraguay auf. Hier hatten wir trotz einer nur 40minütigen Fahrt das Gefühl, in einer anderen Welt angekommen zu sein. Kilometerlang zogen sich basarartig Stände mit gefälschten Artikeln die Straßen entlang. Nachdem wir das Shoppingangebot ausgiebig begutachtet hatten, erkundeten wir uns nach weiteren Sehenswürdigkeiten. Uns wurde das Itaipuwasserwerk empfohlen. Dort fuhren wir  mit einem Motorradtaxi hin. Am Wasserwerk angekommen, wurde uns noch der naheliegende Zoo empfohlen.

Im Zoo war gerade keine Führung verfügbar, doch die sehr freundlich Mitarbeiterin bot uns eine private Führung an. Um in den Zoo zu gelangen, mussten wir uns also als ihre Freunde ausgeben. Im Zoo sah ich nun endlich, was ich so sehr in den Nationalparks bei den Wasserfällen gesucht habe: Einen Tucan. Dieser Vogel war der Grund des Besuches. Anschließend gingen wir zurück zum ehemals größten Wasserwerk der Welt, wo wir die letzte Führung knapp verpassten.

Danach machten wir uns in einem abenteuerlichen Bus auf den Heimweg. Der Busfahrer drehte selbst auf gerader Strecke am Lenkrad und es passierte nichts. Wer sich das nicht vorstellen kann, der kann mir schreiben und ich sende ein Video. Abends tranken wir noch einen leckeren Cocktail und gingen schlafen. Mich persönlich hat Paraguay mit den sehr netten Menschen, die ich getroffen habe, sehr beieindruckt.

 

Am Freitag machten wir uns schließlich vormittags auf den Heimweg. Unterwegs besichtigten wir noch eine Jesuitenruine, ehe wir nach dem Abendbrot müde einschliefen um am nächsten morgen in Escobar aufwachten.

Insgesamt war es eine tolle Reise und obwohl ich noch nicht viel gesehen habe von Argentinien, glaube ich, dass die Wasserfälle ein absolutes Highlight sind!

Iguazu - mehr folgt Samstag

Dienstag, 02.12.2014