Berichte von 03/2015

ruhige Woche

Sonntag, 29.03.2015

 Durch das lange Wochenende bedingt hatte ich eine kurze Schulwoche, die erneut vom Deutschunterricht geprägt war. Nachdem ich mit meinen verschiedenen Lerngruppen Grundthemen wie Zahlen, Begrüßungen, Selbstpräsentation und Farben durchgenommen habe, widmeten wir uns der Konjugation erster Verben und einem kleinen Wortschatz zu Gegenständen in der Klasse. Im Zuge dieses Wortschatzes haben wir die Artikel und den Plural kennen gelernt. Am Ende der Stunde übten wir die neu gelernten Begriffe mit einem Memory. So war der selbe Begriff im Singular und Plural ein Wortpaar. Außerdem stand auch die Arbeit im Gemüsegarten auf dem Plan.

Am Freitagnachmittag fuhr ich mit einem anderen Freiwilligen, Leander, in die Stadt. Dort spielten wir auf einem Kunstrasenfeld eine Stunde Fußball und besuchten anschließend einen Couchsurfingfreund, Jonathan. Gemeinsam mit  Jonathan kochten wir lecker und unterhielten uns den ganzen Abend. Nachts tranken wir in einer Kneipe noch ein Bier und gingen schlafen. Am nächsten Morgen schliefen wir aus und ich fuhr wieder nach Hause. Heute, Sonntag, habe ich zu Hause verbracht.

mit Leander im Bus  Fußballplatz Abendbrot Kneipe

Langes Wochenende

Mittwoch, 25.03.2015

Am Donnerstag hatten Max und ich gemeinsam mit unserer Mentorin Mechthild ein Gespräch bei der Stiftung Cedemil. Hierbei handelt es sich um eine Behindertenwerkstatt in Los Cardales. Menschen, die durch ihre Behinderung keine Chance auf dem freien Arbeitsmarkt haben, haben hier die Möglichkeit, nach ihren Fähigkeiten zu arbeiten. Das Gelände besteht aus 5 Arbeitsbereichen:

 In einem Gebäude werden Marmeladen und Backwaren hergestellt. Zudem befindet sich ein Gemüsegarten auf dem riesigen Gelände des ehemaligen Bauernhofs. In einem weiteren Arbeitsbereich werden die Mitarbeiter bekocht und im letzten Bereich werden Aufträge für Unternehmen durchgeführt, wie zum Beispiel das Sortieren von Kleinteilen. Jeder Bereich hat einen gelehrten „Meister“, der den Mitarbeitern zeigt, wie sie am besten arbeiten. Die Endprodukte werden anschließend verkauft. Aus diesem Erlös wird das Gehalt der Mitarbeiter bezahlt.

Im Gespräch am Donnerstagmorgen zeigte uns die Chefin ihre Stiftung und eventuelle Einsatzgebiete wurden besprochen. Durch Cedemil soll meinem Projekt ein sozialerer Aspekt verliehen werden. Dieser sollte ursprünglich durch ein Altenheim gewährleistet werden, doch stellte sich das Altenheim quer. Meine Schule ist zwar auch eine Stiftung und vergibt Stipendien an finanzschwächere Familien, ist aber dennoch eher der Oberschicht Argentiniens zuzuordnen. Nun warten wir auf die endgültige Rückmeldung durch Cedemil, ob wir wöchentlich dort helfen können. Ich freue mich jedenfalls auf diese neue Herausforderung und hoffe schon bald anfangen zu können.

Ansonsten habe ich am Donnerstag in der Grundschule Deutschunterricht gegeben und am Abend haben wir mit einem Freund aus dem Dorf, Javier, Karten gespielt und Mate getrunken. Am Freitag bin ich nach Deutschstunden am Vormittag und Arbeit im Gemüsegarten am Mittag nachmittags in die Stadt gefahren. Dort habe ich mich mit einer Freiwilligen und ihrem Freund getroffen, der mir ein neues Handy mitgebracht hat. Hier in Argentinien ist Technik mindestens doppelt bis dreimal so teuer wie bei uns. Nun gibt es wieder regelmäßig Fotos.

Am Samstagmorgen fuhren wir morgens um 7 mit unserem Freund Facundo und seiner Familie nach Gualeguaychú in der Provinz Entre Rios. Dort  verbrachten wir einen ruhigen Tag in Parks und an Flussstränden. Wir ließen es uns mit Pizza, Sandwiches und viel Eis gut gehen. Am Abend brachte uns Facundo, ehe er selbst nach Hause fuhr, in das benachbarte Urdinarrain, wo wir 3 Tage bei unserem Freund Lucio verbracht haben. Lucio hatten wir bereits im November an einem Wochenende besucht und auch dieses Mal war es ein sehr schönes Wochenende.

Am Sonntag besuchten wir einen Bauernhof auf dem Land. Dort gingen wir reiten, kuschelten mit den Kälbern und tranken Mate. Es war ein wunderschöner Tag. Auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, so abgelegen zu leben, wie diese Bauern, stelle ich es mir schön vor, dort einige Tage zu verbringen.  Viele Bauernhöfe in dieser riesigen Region sind nur über kilometerlange Schotterpisten bei gutem Wetter zu erreichen. Diese Einsamkeit und Ruhe hat mir sehr gefallen. 

Am Sonntag und Montag stand ein Asado auf dem Programm. Gemeinsam verzehrten wir riesige Fleischberge und genossen das große Wochenende. Am Montag entspannten wir uns in Urdinarrain und fuhren schließlich Dienstag mit dem Bus zurück. In Argentinien kommt langsam der Herbst an. Nach fünfmonatigem Dauerschwitzen, ist es nun wieder angesagt, Pullover zu tragen.

 Herbstwetter

Gute Neuigkeiten

Mittwoch, 18.03.2015

Die letzten Tage haben mir sehr gut gefallen. Nachdem wir am Montagvormittag Deutschstunden gegeben haben, stand nachmittags ein Gespräch mit unserer Mentorin Mechthild und dem Schulleiter der Hölters Schule auf dem Plan. In diesem Gespräch erklärten wir, was sich an unserer Wohnsituation verbessern soll. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die Änderungen tatsächlich umgesetzt werden.

Am Dienstag habe ich den gesamten Tag erneut Deutschstunden gegeben. In den nächsten Wochen werde ich einen Überblick über die Inhalte der Deutschstunden in den zahlreichen verschiedenen Gruppen geben. Der Stundenplan folgt ebenso nächste Woche. Am Abend besuchte ich mit Max unseren Freund Facundo. Zuvor habe ich einige Stunden Fußball gespielt. Nach einigen Wochen und vielen Nachfragen habe ich es endlich geschafft, Leute zu finden, mit denen ich regelmäßig Fußball spielen kann. Dieser sportliche Ausgleich tut mir sehr gut und macht mir unfassbar viel Spaß.

Heute, am Mittwoch, hat mein Mitfreiwilliger Max Geburtstags. Nach einigen Deutschstunden am Vormittag (8-13:00), werde ich nachmittags (14:00-16:30) im Sportunterricht der Secundaria helfen. Abends gehen wir mit einigen Freiwilligen und Freunden aus dem Dorf gemeinsam Essen, um Max 20. Geburtstag zu feiern.

2. Schulwoche

Sonntag, 15.03.2015

In der vergangenen Woche hat die Secundaria angefangen, sodass es viel zu tun gab. Noch ist mein Stundenplan nicht endgültig, doch es ist bereits klar, dass ich viel mehr Deutschstunden als im vergangenen Jahr gebe. Während ich durch mangelnde Spanischkenntnisse im letzten Schuljahr nur besonders gut deuschsprechende Schüler unterrichten konnte, gebe ich nun weiteren Unterricht an Schüler, die noch kein Wort deutsch können. In der Secundaria habe ich also zahlreiche Schülergruppen in der vergangenen Woche übernommen, was mir sehr viel Spaß bereitet hat.

Darüber hinaus hielt unsere Ansprechpartnerin in der Schule, Claudia, vor zahlreichen Schülern eine Präsentation über Afrika und das Weltwärtsprogramm. Denn im November war Claudia zu einem einwöchigen Seminar von Invia nach Afrika gereist, bei dem die Weichen für zukünftige Freiwilligendienste gestellt wurden. So stellte sie sowohl ihre Eindrücke aus Afrika vor, als auch die Aufgaben und Rolle von uns Freiwilligen. Im Anschluss an die Präsentation hatten die Schüler die Möglichkeit, mich zu meinem Leben als Freiwilliger auszufragen.

Ein besonderes Highlight war die Eröffnung des Schuljahres in der Secundaria. Hier durften Max und ich die Schüler und Eltern auf Deutsch und Spanisch mit folgenden Worten begrüßen:

Hallo, wir sind Max und Lars.

Wir setzen unsere Arbeit als Freiwillige bis August fort. Wir hoffe auch in diesem Jahr mit euch zahlreiche schöne Momente wie im vergangenen Jahr zu erleben und freuen uns auf die neuen Herausforderungen. Wir arbeiten in der Grundschule, der weiterführenden Schule, sowie im Kindergarten. Vor allem in Deutschklassen, Musikunterricht und Sport sind wir zu finden.

Wir wünschen euch einen guten Schulbeginn! Wir sehen uns.

Am Wochenende waren wir bei Freunden im Dorf zu einem gemütlichen Geburtstag mit Pool und Asado eingeladen. Insgesamt erneut ein ruhiges Wochenende. Bald folgen zwei viertägige Wochenenden, an denen ich ein bisschen verreisen möchte. Bis dann!

 

 

 

 

 

1. Schulwoche

Sonntag, 15.03.2015

Am 2. März begann der Unterricht für die Primaria. Am Morgen beendeten wir die Arbeit am Gemüsegarten, der uns schon das Wochenende lang beschäftigt hatte. In den ersten Wochen standen einige Besprechungen für die Planung des Schuljahres in der weiterführenden Schule auf dem Programm. Nebenbei haben wir bereits erste Deutschstunden übernommen, die in diesem Schuljahr stark zunehmen werden. So ist es meine Aufgabe, 3 Schülerinnen, die auf die Höltersschule gewechselt sind, auf das Deutschniveau ihrer Klasse zu bringen. Diese Aufgabe bereitet mir sehr viel Freude und motiviert mich sehr. Einige Abende verbrachten wir bei unserem Freund Facundo. Außerdem habe ich mir ein Fahrrad organisieren müssen, da meines geklaut worden war. Insgesamt ging die erste Schulwoche sehr ruhig los, da die Secundaria erst in der folgenden Woche anfängt.

Leider ist mein Handy kaputt gegangen, sodass ich meine Blogeinträge erst ab dem 20.3 wieder mit Fotos schmücken kann. Am Wochenende haben Max und ich unsere Wohnung rundum gereinigt, was nach den Ferien absolut notwendig war. Zudem verbrachten wir den Sonntag bei einer befreundeten Lehrerin auf dem Land.  

13.2.2015 – 1.3.2015

Mittwoch, 11.03.2015

Die folgenden zwei Wochen verbrachte ich mit Anne in Buenos Aires. Unterbrochen wurde diese Zeit zunächst vom fünftägigen Zwischenseminar, währenddessen wir uns kaum sehen konnten. Auf dem Zwischenseminar kamen neben den Invia-Freiwilligen auch Freiwillige anderer Organisationen zusammen. Gemeinsam reflektierten wir die erste Hälfte unseres Dienstes und tauschten zahlreiche Erfahrungen aus. In den Folgetagen konnten wir uns jedoch endlich in Ruhe die Stadt anschauen.

 

Auch ein Tagesausflug nach Los Cardales stand auf dem Programm. Nach dreistündiger Anreise besuchten wir zunächst meinen Freund Facundo, der uns köstlich bekochte. Anschließend arbeitete ich mit Max im Gemüsegarten, um den pünktlich zum Schulbeginn wieder auf Vordermann zu bringen. Abends musste ich noch an einem Elternabend teilnehmen, ehe ich endlich mit Anne nach Buenos Aires zurückreisen konnte.

Darüber hinaus fuhren Anne und ich einen Tag ans Meer. Abends nahmen wir einen Bus nach Villa Gesell, um den Folgetag am Strand zu liegen. Noch am selben Abend fuhren wir wieder zurück. In Villa Gesell nahmen wir einen öffentlichen Bus, um ins nahgelegene Mar Azul zu fahren, was mir sehr gut gefällt.

 

Nach zwei schönen Wochen brachte ich Anne schließlich zum Flughafen am 28. Februar. Kaum war ich vom Flughafen aus nach drei Stunden in Cardales angekommen, erfuhr ich, dass Annes Flugzeug nicht abheben wird. Anne hatte drei Stunden lang im Flieger gesessen, ohne dass etwas passierte. Sie wurde in ein Sheraton Hotel in der Stadt gebracht, um am nächsten Tag zu fliegen. Also fuhr ich voller Freude die Strecke in die Stadt zurück und durfte mit ins Hotel. Am nächsten Tag flog Anne leider wirklich zurück.

30.1.2015 - 13.2.2015 Buenos Aires, Cordoba, La Rioja

Dienstag, 10.03.2015

Nachdem ich meinen Papa am Flughafen abgeholt hatte, verbrachten wir einige Tage in Buenos Aires. In der Nacht vom 2.2.2015 auf den 3.2.2015 fuhren wir mit dem Fernbus nach Cordoba. Abgesehen von einigen netten Kirchen, hatte Cordoba nichts, womit es mich begeistern konnte. Wir verbrachten 2 Tage in der Stadt, ehe wir am 5.2 endlich unser Auto in Empfang nehmen konnten, welches wir zuvor für 5 Tage online gebucht hatten. Das Büro, in dem wir das Auto laut Dokumenten abholen sollten, gab es natürlich nicht. Letztendlich erhielten wir jedoch unser Auto in einem anderen Büro.

Von Cordoba aus fuhren wir 600km Richtung La Rioja und übernachteten beim gelben Punkt, um am nächsten Morgen das in der Karte rot markierte landschaftlich sehr reizvolle 90km lange Stück der Routa 40 zu fahren. Nach 10km waren wir jedoch gezwungen umzudrehen und fuhren die gesamte Routa 74 zurück, um endlich zum „B“ in der Karte, Villa Union, zu kommen. Trotzdem lohnte sich dieser Abstecher enorm, da die landschaftlichen Eindrücke fantastisch waren. Neben den Ausblicken auf die 6250m hohe Sierra de Famatina, begeisterten uns zahlreiche weitere Berge entlang des Teilstücks der Routa 40.

Unterwegs besuchten wir nachmittags  bereits einen der beiden Nationalparks, die wir uns ansehen wollten. Wir besuchten den Grand Canyon de Talampaya, der mit einem T in der Karte eingezeichnet ist. Zunächst wanderten wir 1.5h bei 40 Grad durch die atemberaubende Landschaft, ehe wir per Fahrrad weitere Teile des Parks erkundigten. Da ich meine Kappe im Auto vergessen hatte, schützte ich mich alternativ vor der Sonne. Am Abend fielen wir erschöpft ins Bett.

    

Am folgenden Tag fuhren wir 70km des Routa 40 Teilstückes von der anderen Seite aus, ehe die Straße erneut gesperrt war. Erneut begeisterte uns die Straße mit ihren Ausblicken. Solche Landschaften hatte ich noch nie gesehen. Nach einer Siesta erkundigten wir noch die nähere Umgebung der Region  und fanden einen Friedhof fernab von Dörfern in den Bergen. Zudem machten wir in einem Dorf Halt, in dem Kinder auf Eseln ein Rennen veranstalteten. Hier im Norden Argentiniens wurde mir richtig bewusst, dass ich in einem ganz anderen Land lebe.

Am 8.2.2015 fuhren wir Richtung Cordoba zurück und übernachteten in der Nähe der Stadt Carlos Paz. Unterwegs besuchten wir den ebenfalls sehr beeindruckenden Park Ischigualasto, der insbesondere für sein Mondtal berühmt ist. Dieser Park, der in unmittelbarer Nähe zu Talampaya liegt, bot eine sehr interessante Landschaft, die Fotos viel besser als ich beschreiben können.

  

Nach unserer Übernachtung in Carlos Paz (roter Punkt), besuchten wir den Nationalpark „Schlucht der Kondore“. Nach einer mehrstündigen Wanderung erreichten wir schließlich den Aussichtspunkt und konnten einige der riesigen Kondore (Spannweite stellenweise über 3m) beobachten. Doch der Himmel zog sich rasch zu, sodass die Tierbeobachtungen nicht von langer Dauer waren.

 

 Abends gaben wir das Auto zurück und nahmen einen Bus nach Buenos Aires, wo wir die letzten 4 Tage ruhig verbrachten. Am 13. Februar landete schließlich morgens meine Freundin Anne, die ich am Flughafen abholte. Wir aßen mit meinem Papa zu Mittag, ehe er nachmittags zurück flog.

Patagonien Reise Panoramabilder

Montag, 09.03.2015

Nach ungefähr 10000km und über 80h Stunden Busfahrten war meine Patagonienreise nach 25 Tagen zu Ende. Meine Patagonienberichte möchte ich mit einigen Panoramabildern abschließen.

Ushuaia und Feuerland

 

Torres del Paine

Calafate

    

El Chalten

Bariloche und Lanin

 

San Martin de los Andes 26.1.2015 - 30.1.2015

Montag, 09.03.2015

Am 26.1.2015 machte ich mich mit dem Bus entlang der Route der Sieben Seen nach San Martin de los Andes auf. In San Martin angekommen, suchte ich zunächst die Firma auf, mit der ich am Folgetag den Lanin besteigen wollte. Dort erfuhr ich, dass ich am Abend zum Ausrüstungscheck erneut erscheinen sollte. Anschließend ging ich zum Haus des Couchsurfers, der mir zugesagt hatte. Er war mir von Reisenden in Bariloche empfohlen worden. Sein Haus als Couchsurferhaus zu beschreiben, wäre noch untertrieben. Sein Haus wimmelte von Couchsurfern die mich sehr herzlich aufnahmen. Es wurde gemeinsam gekocht und gequatscht. Nachts verteilten sich die Gäste mit ihren Matratzen im gesamten Haus, sodass kein Stück Boden mehr frei war. Mir gefiel es hervorragend unter den ganzen Leuten. So bereitete beispielsweise ein Couchsurfer mit italienischen Wurzeln hervorragende selbstgemachte Pizza für uns alle. Eine sehr tolle Gemeinschaft!

Der Ausrüstungscheck kam zu dem Ergebnis, dass mir ausreichende Handschuhe und Schuhe fehlten. Während mir Handschuhe geliehen wurden, musste ich Schuhe kaufen. Vom Bergführer wurden mir zudem Steigeisen, Pickel, Helm, Wanderstöcke und Stirnlampe geliehen. Diese Ausrüstung muss man nämlich am Parkeingang vorweisen.

Am 27.01 bin ich in den frühen Morgenstunden vom Pick-up abgeholt worden. Wir fuhren ca. 1.5 Stunden bis zum Fuß des Vulkans Lanins (3776m). Dort zeigten wir den Nationalparkwächtern unsere Ausrüstung. Schließlich machten wir uns mit 5 Leuten und 2 Wanderguides auf den Weg. Schon nach einer Stunde war ein Wanderguide gezwungen, mit zwei Personen zurückzukehren. Unsere nun vierköpfige Gruppe wanderte am ersten Tag 1600m in die Höhe bis zu unserem Refugio. Dort aßen und kochten wir gemeinsam, ehe wir früh schlafen gingen.

 

Am nächsten Morgen standen wir um 2Uhr nachts auf und wanderten um 3 Uhr nachts los. Der Sternenhimmel war unbeschreiblich schön, da das nächste Dorf und somit störendes Licht 50km entfernt ist. Dank unserer Helmlampen, war trotz der Dunkelheit ausreichende Sicht gewährt. Trotzdem waren wir alle froh, als sich die ersten Sonnenstrahlen zeigten. Durch die Sonne warf der Vulkan einen wunderschönen Schatten, der mich sehr beeindruckt hat.

Nach einem achtstündigen Aufstieg durch immer steiler werdende Schneefelder und viel Geröll erreichten wir letztendlich die Spitze. Die Aussicht war atemberaubend. Der Lanin ist nämlich im Umkreis von hunderten Kilometern mit großem Abstand der höchste Berg. Es fühlte sich an, als würde man aus dem Flugzeug schauen.

Es folgte ein sehr langer Abstieg von der Spitze (3776m) auf 1000m. Nach 18 Stunden Wanderung waren wir alle froh abends um 21:00, endlich im Auto zurück zur Zivilisation zu sitzen. Gegen 23:00 wurde ich beim Couchsurfer abgesetzt und übernachtete im Couchsurfinghaus erneut. Am Folgetag, dem 29.1.2015, stieg ich schließlich in den Bus nach Buenos Aires, um meinen Papa am 30.1.2015 abends am Flughafen abzuholen. Nach erneuten 24h Busfahrt bin ich in Buenos Aires pünktlich angekommen.

21.1.2015-25.1.2015 Bariloche

Sonntag, 08.03.2015

Die Anreise nach Bariloche stellte sich als sehr schwierig heraus, da der Bus sehr schlecht funktionierte. Im Vergleich zu einem Bus, der nach Torres del Paine fuhr, funktionierte unser Bariloche Bus lange Zeit noch ganz gut. Denn beim Bus nach Torres del Paine ist immer wieder die Motorhaube des Busses abgefallen. Der Busfahrer musste also alle 500m die Haube wieder dranmachen. Da die Handbremse nicht funktionierte, mussten die Fahrgäste die Bremse drücken, während der Busfahrer die Motorhaube aufsammelte. Unser Bus nach Bariloche hingegen hatte Kühlungs- und Motorprobleme. Nachdem der Motorraum mit Wasser aus Gartenschläuchen immer in den Pausen gekühlt worden war, gab er schließlich zwischen zwei Dörfern den Geist auf. Da es kein Netz gab, musste der Busfahrer 50km per Anhalter ins nächste Dorf fahren, um einen Mechaniker zu holen. Viele Stunden später fuhr der Bus weiter und wir kamen nach über 30h mit 6 Stunden Verspätung mitten in der Nacht an.

 Pause im Nirvana

In Bariloche waren leider sämtliche Hostels ausgebucht, sodass wir nur in der Lobby eines Hostels die restlichen Stunden Nacht verbringen durften. Am nächsten Morgen konnten wir erschöpft endlich in ein Zimmer und ruhten uns von den Strapazen aus. Es war mittlerweile der 22. Januar. Wir erkundigten lediglich die Stadt und liefen ein bisschen am See entlang an diesem Tag.

Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Bus zum Fuß des Cerro Campanario. Wir entschieden uns gegen den Sessellift und liefen den Berg hoch. Von hier oben bot sich eine wunderschöne Aussicht auf die unzähligen Seen und Berge. Ich bestellte mir ein Stück Kuchen und ließ die Aussicht auf mich wirken. Abends besuchten wir noch eine Sommerrodelbahn und ein deutsches Restaurant.

Am nächsten Morgen nahmen wir die nur 30km lange, aber sehr hügelige, Strecke Circuito Chico mit einem Rad in Angriff. Gesichert mit einem nicht passenden Helm und einer wunderschönen Warnweste radelten wir los. Unter anderem besuchten wir eine schweizer Kolonie in der es „wolgadeutsches“ Essen gab, warum auch immer. Insgesamt boten sich immer wieder schöne Ausblicke. Wir machten noch ein paar Wanderungen durch die Wälder und schauten uns das berühmte Hotel Llao Llao an, welches sehr schön gelegen ist.

Am Sonntag reiste schließlich mein Mitreisender Jeremias weiter nach Mendoza, während ich noch einen Tag in Bariloche blieb. Ich hatte mir das Ziel gesetzt, den Vulkan Lanin zu besteigen. Am Sonntag unternahm ich nichts und fuhr am Montag über die berühmte Route der Sieben Seen nach San Martin de los Andes.

El Chalten 16.1.2015 – 20.1.2015

Sonntag, 08.03.2015

El Chalten gilt als das Trekking- Eldorado von Argentinien. Das kleine Dorf unter dem berühmten Fitz Roy ist in den letzten Jahren rasant gewachsen und verzeichnet inzwischen viele Touristen. Die Supermärkte sind immer leer geräumt und Internet gibt es auch kaum.

Leider ist das Wetter jedoch sehr launisch und man muss Glück haben, den Fitz Roy oder Cerro Torre zu sehen. Am ersten Tag wollten wir eine achtstündige Wanderung zu einem Aussichtspunkt machen, an dem man theoretisch die beiden berühmten Berge sehen kann. Nach über 1000 Höhenmetern und 20km Wanderung sahen wir jedoch gar nichts. Als Highlight stellten sich lediglich die zahlreichen Kühe entlang der Wanderung heraus. Auf dem Rückweg fragten wir bei der Parkverwaltung nach dem Wetter für die nächsten Tage. Schnell kehrte unser Lächeln zurück, denn es waren 3 wolkenfreie Tage angesagt, was einem Wunder in El Chalten gleicht. Viele Wanderer sind nämlich schon abgereist, ohne die Berge gesehen zu haben.

So machten wir uns am nächsten Tag zur Laguna Cerro Torre auf. Der Cerro Torre ist eine Felsnadel und gilt als einer der schwerst zu besteigenden Berge der Welt. An der Lagune angekommen, bot sich uns ein tolles Bild. Zahlreiche Eisberge trieben im Wasser und der Cerro Torre dominierte den Hintergrund. Entlang der Lagune wanderten wir zu einem weiteren Aussichtspunkt.

Dort entschieden wir uns mehrere hundert Meter durch Geröll zum Gletscher hinabzusteigen. Dies stellt sich als sehr schwierig heraus, da es sehr steil war und das Geröll sehr schnell ins Rollen kam. Doch sobald wir in diesem Geröll waren, konnten wir kaum noch umdrehen. Es ging jedoch alles gut und schließlich kamen wir am Gletscher an. Diese kleine Erweiterung der Wanderung hatte jedoch viel Zeit gekostet, sodass wir im Dunkeln Schwierigkeiten hatten, den Weg zurück zu finden. Schließlich kamen wir gesund und sicher im Hostel an.

 

Am nächsten Tag, dem dritten Tag in El Chalten, wollten wir zur Laguna Fitz Roy. Bereits vom Dorf aus konnten wir den mächtigen Fitz Roy sehen. Wir hatten den Plan, knapp unterhalb der Lagune zu zelten, um am nächsten Morgen den Fitz Roy beim Sonnenaufgang zu sehen. Wir wanderten durch wunderschöne Täler also immer näher an den Fitz Roy heran und stellten schließlich unser Zelt auf. Nachdem das Zelt stand, wanderten wir noch zum Glaciar Piedra Blanca, ehe wir früh schlafen gingen.

Am nächsten Morgen standen wir also im Dunkeln auf und liefen zur Laguna Fitz Roy. Da der Himmel in der Richtung des Sonnenaufgangs jedoch wolkenverhangen war, wurde der Fitz Roy kaum angestrahlt. Trotzdem gefiel mir die Lagune hervorragend. Direkt neben der Lagune Fitz Roy liegt noch 100m tiefer eine weitere, die Lagune Sucia (Foto im Neersbroichtrikot). Die beiden Lagunen sind über einen Bach miteinander verbunden.

 

Schließlich stiegen wir von der Lagune aus zurück zum Dorf ab. Erneut boten sich fabelhafte Blicke auf das Bergmassiv. Gegen Mittag kamen wir letztendlich in Chalten an. Spontan entschied ich mich, die 20km lange Wanderung mit 1000Höhenmetern vom ersten Tag erneut zu machen. Ich hatte nun den Fitz Roy und den Cerro Torre gesehen, doch von diesem Berg aus, konnte man beide sehen. Unter dem Zeitdruck abends den Bus nach Bariloche zu bekommen, lief ich also den Berg hinauf.

Oben angekommen bot sich eine wunderbare Aussicht. Es war sogar möglich, das Patagonische Eisfeld hinter den Gipfeln zu erahnen. Wie groß dieses Eisfeld ist, zeigt das folgende Foto. Der rote Pfeil zeigt auf den Perito Moreno. Lediglich diesen kleinen Teil hatte ich in Calafate gesehen.

Am Abend aßen wir noch köstliche Lammravioli. Während rund um Buenos Aires das Rind dominiert, steht in Patagonien das Lamm ganz oben auf den Speisekarte. Nach dieser letzten erfolgreichen Wanderung nahmen wir den Bus nach Bariloche. Er führte uns über 2000km mit großen Schotterpistenabschnitten schließlich zum Ziel.

Calafate 14.1.2015-16.1.2015

Sonntag, 08.03.2015

Am späten Abend kamen wir in Calafate an. Am Folgetag wollten wir uns den Gletscher Perito Moreno anschauen. Um dem Gletscher richtig nah zu kommen, hatte ich mir überlegt, ein Minitrekking zu buchen. Neben der normalen Besichtigung fährt man mit dem Boot am Gletscher vorbei zu einer Stelle, wo eine ungefähr 1.5 stündige Wanderung über das Eis durchgeführt wird. Diese Option war aber für den 15.1.2015 bereits ausgebucht, weshalb wir ein Alternativprogramm brauchten.

Wir entschieden uns, eine Mountainbiketour zu buchen. Zunächst fuhren wir auf einen 1000m hohen Berg, um eine Aussicht auf Calafate zu genießen. Unweit dieser Aussichtsstelle begann die Mountainbiketour. In einer Gruppe von 4 Teilnehmern und 2 Guides fuhren wir den gesamten Berg herunter. Dank einigen steilen Stellen blieb ich nicht von Stürzen verschont. Trotzdem war es eine sehr schöne Mountainbikeabfahrt.

Am nächsten Tag war es so weit. Der Besuch des Perito Moreno stand auf dem Plan. Dieser Gletscher ist nicht nur auf Grund der 60m hohen Abbruchkante und der schieren Größe besonders, sondern auch, weil er nicht schrumpft. Er ist einer der wenigen Gletscher auf der Welt, die sich im Gleichgewicht befinden. Es entsteht also stets so viel neues Eis, wie es schmilz und abbricht. Nach dem ich mir den Gletscher aus sicherer Entfernung in allen Perspektiven angeschaut hatte, begann das Gletschertrekking.

Dank der Steigeisen stellte die glatte eisige Gletscheroberfläche kein Problem dar. An tausenden kleinen Bächen und unendlich tiefen blauen Spalten wanderten wir entlang. Stets war ein Bach zu hören und ein Knirschen im Eis. Nach einer erfolgreichen Wanderung wurde uns noch ein Glas Whiskey mit Gletschereis angeboten, ehe es zurück nach Calafate ging. Auch ich hier finde ich, dass Bilder dieses Erlebnis kaum wiedergeben können. Am Abend fuhren wir schließlich nach El Chalten weiter und kamen dort nachts an.

 

Torres del Paine,Chile 11.1.2015-14.1.2015

Sonntag, 08.03.2015

Der Bus aus Ushuaia kam schließlich um Mitternacht in Puerto Natales an. Zunächst planten wir von einer Übernachtung abzusehen, da wir am nächsten Morgen um 7 Uhr einen Bus gebucht hatten und uns die wenigen Stunden nicht lohnend erschienen. In Anbetracht der Wanderung, die noch vor uns lag, machten wir uns schließlich doch auf die Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit. Wir klapperten zahlreiche Hostels ab und erhielten viele Absagen. Schließlich kamen wir bei einer Herberge mit dem Namen „Lodging“ an. Dort wurden wir freundlich empfangen und erhielten zu zweit ein Viererzimmer. Der Inhaber bot uns sogar an, uns am nächsten Morgen zu wecken. Für umgerechnet 6€ schliefen wir hervorragend und empfehlen die Herberge weiter.

Am nächsten Morgen fuhren wir also einigermaßen erholt zum Nationalpark. Nach einer kurzen Einweisung und dem Entrichten der Parkgebühr durfte es los gehen. Schnell wurde uns klar, warum mehrfach auf die Waldbrandgefahr hingewiesen wurde. Vor einigen Jahren ist nahezu die gesamte Parkfläche abgebrannt. Zudem erfuhren wir, dass das Wasser aus sämtlichen Bächen getrunken werden kann. Ich finde man kann es nicht nur trinken, man sollte es auch getrunken haben. Man wandert keine 5 Minuten und schon läuft man wieder an einem Bach mit dem köstlichen kalten Gletscherwasser vorbei. Dadurch ist es möglich, viel Gewicht zu sparen.

Unser Ziel am ersten Tag war das Refugio Chileno. Dort hatten wir ein Zelt gemietet und wollten unsere Rucksäcke abstellen, um zum Wahrzeichen des Parks, den drei Türmen, zu wandern. Leider blieben uns während der gesamten Wanderung Aussichten verwehrt (siehe Selfie). Stattdessen waren sowohl wir, als auch das Zelt, von Regen und Schnee komplett durchnässt. Stark frierend wanderten wir als zurück zum Refugio, um uns zu duschen und die Kleidung vorm Ofen zu trocknen. Eingepackt mit zahlreichen Schichten Kleidung schlüpften wir schließlich früh in den Schlafsack, um am nächsten Morgen erneut zu den Türmen zu wandern.

Nach einer harten und kalten Nacht wanderten wir also durch die zugeschneite Landschaft und hatten insbesondere auf dem letzten Wegabschnitt starke Haltprobleme mit den Schuhen. Starke Windböen erschwerten den Aufstieg und zwangen uns immer wieder in die Hocke. Es ist zu empfehlen diese Haltung rechtzeitig einzunehmen, denn immer wieder werden im Nationalpark Wanderer durch Windböen verletzt.

Schließlich kamen wir jedoch an den drei berühmten Türmen an. Durch das schlechte Wetter begünstigt verbrachten wir 20 Minuten alleine dort. Es war bitterkalt, doch die Stimmung war unbeschreiblich. Für mich persönlich war es mein Reisehighlight in Patagonien. Ich habe versucht, einige Fotos zu schießen, doch die Fotos geben die Stimmung nicht wieder.

Anschließend stiegen wir den gesamten Weg ab zu dem Ort, wo wir am Tag zuvor die Wanderung begonnen hatten (diesmal mit Aussicht). Per Anhalter fuhren wir zu einer anderen Station des Parks, Pudeto. Mitgenommen wurden wir von einer sehr beeindruckenden brasilianischen Familie. Sie fuhr mit ihrem Auto von Brasilien nach Ushuaia, um von dort aus nach Alaska und anschließend nach New York zu fahren.

In Pudeto wanderten wir einen kleinen Weg zu einem Wasserfall und anschließend zu einem Aussichtspunkt für die Hörner von Torres del Paine (vorher waren wir bei den Türmen). Die Wanderung entlang der türkisblauen Seen mit dem ständigen Blick auf das beeindruckende Massiv war nicht zu lang, sodass wir Zeit für zahlreiche Pausen hatten. Nach den Minusgraden oben an den Türmen, war es sehr entspannt, nicht mehr frieren zu müssen.

Abends fuhren wir schließlich mit dem Bus nach Puerto Natales zurück und übernachteten in unserer Herberge. Die Übernachtung im Natonalpark mit geringerem Komfort hätte uns dasselbe gekostet, wie Busfahrt und Herberge im Dorf. Auch die Aussichten bei der Abfahrt aus dem Park konnten sich sehen lassen.

Am nächsten Morgen nahmen wir erneut um 7:00 morgens den Bus zum Park. Dort angekommen nahmen wir in Pudeto eine Fähre. Über türkisblaue unfassbar schöne Seen brachten sie uns an den Ausgangspunkt für die Wanderung zum Glaciar Grey. Da wir die erste Fähre knapp verpasst hatten, standen wir vor der Aufgabe eine 8.5 Stunden Wanderung in 6 Stunden zu meistern. Da wir jedoch kein schweres Gepäck hatten, kamen wir gut vorwärts und konnten am Aussichtspunkt am Ende sogar eine kleine Pause einlegen.

Abends fuhren wir mit Fähre und Boot zurück nach Puerto Natales und erholten uns von den langen Wanderungen. Wir gingen lecker Essen und wurden von einigen Chilenen auf ein Glas Pisco eingeladen. Nachdem wir uns im Park stets mit kaltem Essen aus dem Rucksack ernährt hatten, war bereits die Tomatensuppe ein wahrer Genuss. Am nächsten Tag ruhten wir uns weiter aus, bis schließlich nachmittags der Bus nach Calafate abfuhr.

Kleiner Nachtrag:

Hier ist eine Übersicht der Wanderungen.

1. Tag rot           2. Tag blau             3. Tag braun             pinker Pfeil: Zeltplatz

 

Ushuaia 8.1.2015 - 10.1.2015

Samstag, 07.03.2015

Am dritten Tag wanderten wir also zur Laguna Esmeralda, meinem persönlichen Feuerlandhighlight. Wir nahmen also einen Bus, der uns am Anfang des Wanderweges absetzte. Von hier wanderten wir ungefähr 3h Stunden zur Lagune. Unsere Schuhe waren schnell durchweicht, da der gesamte Wanderweg durch die vorherigen Regenfälle aus Matsch und Schlamm bestand. Entlang an riesigen Biberdämmen führte uns der Weg immer näher zur Lagune. Ständig begleitet von tollen Ausblicken und einem rauschenden Bach verging die Zeit sehr schnell.

Die Ankunft an der Lagune hat die ohnehin schöne Wanderung perfekt gemacht. Ein großer türkisblauer See lag inmitten von Bergen, auf denen noch einige Gletscherreste zu erkennen waren. Diese Wanderung lässt sich anhand der Fotos wahrscheinlich viel besser nachvollziehen.

Am Abend stand eine besondere Spezialität von Ushuaia auf unserem Programm. Gemeinsam wollten wir eine Königskrabbe verspeisen. Durch Empfehlungen landeten wir schließlich in einem hervorragenden Restaurant, in dem wir unsere Königskrabbe zunächst aus dem Aquarium aussuchen durften. Wenig später kam bereits die zubereitete Krabbe, die überraschend viel Fleisch bot, am Tisch an. Uns schmeckte sie jedenfalls hervorragend, weshalb ich jedem das Restaurant vom Foto empfehlen kann.

Am vierten und letzten Tag entschieden wir uns den Nationalpark Feuerland zu besuchen. Wir entschieden uns für einen dreistündigen Küstenweg, da wir wussten, dass in den nächsten Tagen noch harte Wanderungen auf uns zu kommen. So schlenderten wir abwechselnd durch Wald und an Strandabschnitten entlang. Die Wanderung war ein netter Ausklang unseres Ushuaia Programms.

Am nächsten Tag ging es morgens um 8:00 in den Bus nach Puerto Natales. Erst fuhren wir 12h bis nach Punta Arenas, um anschließend nach einem Umsteigen drei Stunden nach Puerto Natales zu fahren. Die Luftdistanz ist nicht groß, doch da Ushuaia nur per Fähre erreichbar ist und das Straßennetz kaum ausgebaut, zog sich die Fahrt in die Länge.

Ushuaia 6.1.2015 - 7.1.2015

Freitag, 06.03.2015

Am 6. Januar machte ich mich also gemeinsam mit Jeremias, einem anderen deutschen Freiwilligen, auf, um Patagonien zu entdecken. Mit vollbepacktem Rucksack und der Vorfreude aus dem heißen Buenos Aires fliehen zu können, nahmen wir in den frühen Morgenstunden ein Taxi zum Flughafen.

Sowohl der Abflug über Buenos Aires im Morgengrauen, als auch die Ankunft in Feuerland, waren ein Erlebnis. Kilometerlang flogen wir vor der Landung in Ushuaia über verschneite Berggipfel und konnten immer wieder türkisblaue Lagunen erkennen. Die Berge erschienen beim Anflug bereits zum Greifen nah.

Kaum gelandet in Ushuaia, liefen wir vom Flughafen aus einige Kilometer bis zu unserem Hostel, das wir reserviert hatten (allerdings ohne Anzahlung). Dieses Hostel hatte jedoch von uns noch nie etwas gehört, sodass wir schnell in ein anderes ausweichen mussten. Da wir morgens angekommen waren, hatten wir das Glück, noch eins zu finden. Wenige Stunden später waren sämtliche Hostels in Ushuaia ausgebucht. Am ersten Tag schlenderten wir zunächst gemütlich durch die wunderschön am Beagle Kanal gelegene Stadt.

Nachmittags wanderten wir zum nahe gelegenen Glaciar Martial. Von diesem Glaciar ist zwar nicht mehr viel zu sehen, trotzdem war es eine sehr schöne Wanderung. Die tolle Aussicht auf die Stadt Ushuaia blieb uns zwar verwehrt, doch dafür bekamen wir ein paar Schneeflocken ab, über die wir uns nach der Hitze von Buenos Aires sehr freuten. Auf kleinen Schneeresten konnten wir auf unseren mitgenommenen Plastiktüten hervorragend Abfahrten auf dem Hintern machen.

Generell waren Tüten ein sehr treuer Begleiter von mir. Da ich aus Gewichtsgründen auf einen kleinen Rucksack verzichtet hatte, war ich stets mit meiner Tüte für Tagestouren unterwegs. Auf dem Rückweg wollte ich mit Jeremias eine Abkürzung nehmen, die im dichten wunderschönen Wald Feuerlands endeten. Schließlich kamen wir jedoch auf den Hauptweg zurück.

Insgesamt gefiel mir die Stadt vom ersten Tag an. Ständig glitzern schneebedeckte Berge auf der einen Seite, auf der anderen Seite der Beagle Kanal. Nach einem Friseurbesuch am „Ende der Welt“ war der erste Tag zu Ende. Ushuaia ist die südlichste Stadt der Welt, weshalb Touristen immer wieder darauf hingewiesen werden, sie seien am „Ende der Welt“.

Am zweiten Tag buchten wir eine Bootstour. Generell erkunde ich Landschaften lieber zu Fuß, doch die Pinguine sind ohne Bootstour nicht zu erreichen. Also fuhren wir zwei Stunden entlang an Inseln voller Seelöwen, Robben und Antarktischen Kormoranen (sehen Pinguinen ähnlich). Schließlich näherten wir uns einer Insel voller Magellanpinguine. Zudem hatten sich noch einige Königspinguine, die eigentlich in der Antarktis leben, hierher verirrt. Für ein gutes Foto waren sie jedoch zu weit von mir entfernt.

Ungefähr 20min hatten wir Zeit, den Pinguinen beim Schwimmen, Tauchen und stolzen Watscheln zuzuschauen. Obwohl es sehr kalt war ( weniger als 1000km zur Antarktis und starker Wind), verging die Zeit wie im Flug. Mich haben die Tiere und besonders die im klaren Wasser gut zu beobachtenden Tauchkünste sehr beeindruckt. Schließlich kochten wir abends noch etwas im Hostel und gingen früh schlafen, um am nächsten Morgen zur Laguna Esmeralda zu wandern, die ich auch schon aus dem Flugzeug gesehen hatte. Morgen folgt die Fortsetzung des Ushuaia Berichts.

Reiseübersicht

Donnerstag, 05.03.2015

Heute habe ich mich darum gekümmert, auf einer Argentinienkarte, meine Reiserouten einzuzeichnen. Die roten Linien sind bereits bereist, während die grünen Reiserouten noch bevor stehen.

In den nächsten Tagen werde ich Stück für Stück meine Reise durch den Süden Argentiniens beschreiben. Die Reisen nach Iguazu und nach Mendoza sind in den Einträgen Anfang Dezember zu finden. Geflogen bin ich während meiner Reisezeit lediglich die Strecke runter nach Ushuaia. Die restlichen Strecken habe ich mit teils dreißigstündigen Busfahrten hinter mich gebracht. Weitere Berichte folgen!

Weihnachten und Silvester

Donnerstag, 05.03.2015

 Liebe Blogleser,

ab jetzt gibt es wieder regelmäßig Beiträge. Die Schule hat wieder angefangen am Montag und der Alltag beginnt. Allerdings werden sich unsere Aufgaben etwas ändern, dazu folgt auch bald mehr. Zunächst möchte ich euch von den 2.5 Monaten zwischen Mitte Dezember und heute berichten.

Nach meinem Urlaub in Mendoza habe ich am folgenden Tag meine Mama und meine Schwester in Empfang genommen. Wir haben für 3 Wochen eine Wohnung in der Stadt gemietet. Gemeinsam entdeckten wir die Stadt und ihre Umgebung. Besonders angetan haben es mir die Stadt Tigre in der Umgebung und das Viertel La Boca in der Stadt.

Tigre ist eine Stadt am Rand eines riesigen Deltas. Der Fluss Parana mündet in hunderten kleinen Flüssen in den Rio de la Plata. Auf den durch die Flüsse entstandenen kleinen Inseln steht ein Haus, neben dem anderem. Diese Häuser sind nur durch die öffentlichen Wasserboote oder Wassertaxen zu erreichen.

Generell ist Tigre eine sehr hübsche Stadt. Stellenweise kam es mir vor, als würde ich durch eine kleine Hafenstadt in den Niederlanden laufen. Gemeinsam mit meiner Mama und Schwester liefen wir die Stadt selbst zunächst zu Fuß ab, um anschließend eine einstündige Bootstour durch das Delta zu machen. Wir schauten uns vom Boot aus also schmucke Häuser und die tolle grüne Natur an.

La Boca hingegen ist ein ehemaliges Hafenviertel. In diesem Viertel hat ein Künstler einen Straßenzug gekauft und bunt anmalen lassen. Heute ist dieser unter dem Namen Caminito berühmt. Durch zahlreiche schmucke Cafes mit Tangotänzern und viele kleine Geschäfte tummeln sich die Touristen. Trotz der zahlreichen Touristen gefiel mir dieses Viertel sehr gut.

In unmittelbarer Nähe zum Caminito liegt auch das berühmte Stadion des Clubs La Boca. La Boca ist mit seinem Erzrivalen River Plate der größte Fußballklub in Buenos Aires. Während sich La Boca als Club der Arbeiter sieht, ist River Plate den wohlhabenderen Leuten zuzuordnen. Heute ist die Trennung aber so nicht mehr vorzufinden.

 

Besonders schön war es, im Kreis der Familie Silvester und Weihnachten zu verbringen. Weihnachten gingen wir zunächst gemeinsam in die Messe und Abends bereitete Mama uns einen hervorragenden Braten. Um Mitternacht schauten wir noch auf unserer Dachterasse das zu Weihnachten in Argentinien übliche Feuerwerk, um anschließend nach einem ruhigen Abend schlafen zu gehen.

Für die Tage rund um Silvester fuhren wir gemeinsam für 3 Tage ans Meer nach Villa Gesell. Trotz häufigem Regen, konnten wir die Tage am Meer genießen. Besonders gut gefiel uns Mar Azul, das nur wenige Kilometer entfernt liegt. Dort machten wir auch eine dreistündige Tour mit Quads durch riesige Dünen zu einem Leuchtturm, die sehr zu empfehlen ist. Zudem ist es möglich in Mar Azul stundenweise Pferde zu mieten, mit denen tolle Ausritte am Strand möglich sind.

Ansonsten verbrachten wir viele Tage in der Stadt und besuchten natürlich auch mein Dorf Los Cardales. Insgesamt haben wir eine sehr schöne ruhige Zeit verbracht. Am 6. Januar sollte schließlich nachts um 5 mein Flug nach Ushuaia losgehen. Also verabschiedete ich mich mitten in der Nacht von Mama und meiner Schwester, um mich ganz in den Süden Argentiniens aufzumachen. Von meiner fast vierwöchigen Patagonienreise berichte ich im nächsten Eintrag.

Nachtrag:

Noch ein paar Essensilder, die natürlich nicht fehlen dürfen. Zu sehen sind ein Choripan, nach ewiger Zeit ein reichhaltiges Frühstück, ein Steak, ein Hamburger und leckere Shrimps. Auf dem letzten Foto ist Tira de Asado zu sehen. Das sind Rinderrippchen vom Grill, die gut zubereitet sehr saftig und würzig schmecken.