Berichte von 04/2015

Lehrermangel und weitere Wasserprobleme

Dienstag, 28.04.2015

Die zwei Wochen lang fehlende Lehrerin Claudia ist zwar zurückgekehrt, doch fehlten dafür Montag zwei andere Deutschlehrer. Nachdem wir neben unseren eigentlichen Unterrichtsstunden in den vergangenen zwei Wochen auch die Stunden für Claudia übernommen hatten, mussten wir am Montag den Unterricht für die zwei erkrankten Lehrer zusätzlich übernehmen. Insgesamt ist der Schullalltag durch die stets fehlenden Lehrer sehr anstrengend.

Auch das im vorherigen Beitrag angesprochene Wasserproblem begleitete uns noch die gesamte Woche. Erneut durften wir unser Bad nicht benutzen und hatten nur selten Wasser zur Verfügung. Mal sehen, wie lange wir diesmal unser Bad benutzen dürfen.

Besonders gut läuft hingegen die Freizeitgestaltung. Nur selten kochen wir zuhause und werden insbesondere von den Lehrern Paula und Facundo häufig eingeladen. Am Wochenende spielte ich mal wieder in Buenos Aires Fußball und besuchte abends einen befreundeten Couchsurfer. Vergangene Woche Donnerstag haben wir zudem mit einigen Freiwilligen bei uns auf dem Schulgelände gegrillt (siehe Foto).

Wasser marsch!

Mittwoch, 22.04.2015

Zunächst haben wir eine Woche lang nicht unser Bad aufgrund eines Rohrschadens benutzen können und mussten stets zum Badezimmer des Schulleiters gehen. Zum allem Überfluss hatten wir das gesamte Wochenende gar kein Wasser, da sich die Pumpen abgeschaltet hatten. Doch nun ist nicht nur das Wasser zurück gekehrt, sondern wir können auch unser Bad wieder benutzen!

13.4.2015-20.4.2015

Montag, 20.04.2015

Dem schönen Wochenende ging eine anstrengende Schulwoche voraus. Nach wie vor fehlte die Deutschlehrerin Claudia, weshalb ich viele Schulstunden übernehmen musste. Trotzdem hat es mir auch diese Woche Freude gemacht, vor den ganzen Klassen zu unterrichten. Am Wochenende bin ich am Freitag mit einigen Freunden aus dem Dorf in einem Restaurant in Cardales Essen gegangen. 

Den Samstag verbrachte ich mit einem befreundeten Couchsurfer in einem Countryclub ( Countrys sind die eingezäunten und bewachten Viertel). Er wohnt zwar nicht in diesem Club, ist jedoch Mitglied und nutzt die zahlreichen Einrichtungen. So bereiteten wir zunächst ein köstliches Asado zu, ehe wir später Tischtennis spielten. Am Abend waren wir bei der Lehrerin Paula mitsamt ihrer gesamten Nachbarschaft zum Abendessen eingeladen und verbrachten einen schönen Abend. Am Sonntag schlief ich aus und besuchte abends mit Facu und einem Freund von ihm ein Rockkonzert in Buenos Aires. Die Wochenendhighlights waren für mich, wie so oft, die leckeren Mahlzeiten.

Wochenende

Montag, 13.04.2015

Am Samstag fuhr ich mit Leander nach Capital und spielte einige Stunden Fußball. Abends gingen wir gemeinsam mit dem Couchsurfingfreund Jonathan lecker Essen und übernachteten bei ihm. Am Sonntag waren Max und ich von einer Lehrerin zu einem typischen argentinischen Geburtstag eingeladen. Auf einem schönen Bauernhof auf dem Land kamen viele Freunde und Familienmitglieder zusammen, um zunächst ein großes Asado zu genießen. Anschließend werden Torten verzerrt und Geburtstagslieder gesungen. Es war schön, bei diesem großen Fest dabei zu sein und mit zu schlemmen.

Schulwoche

Samstag, 11.04.2015

Hier ist mein vorläufiger Stundenplan zu sehen. Die hellgelb markierten Felder sind besonder gut deutsch sprechende Schüler, die von mir Einzelstunden bekommen. Die etwas dunkler gelb markierten Schüler sind hingegen Kleingruppen (6.,8.,9.,10. Klasse), die kein Deutsch bisher gelernt haben und nun neu anfangen mit der Sprache. Am Montag und Mittwochnachmittag gehe ich in den Sportunterricht und helfe dort. Manchmal habe ich das Glück, auch etwas mitspielen zu können. Am Freitagnachmittag helfe ich im Gemüsegarten.

Zu den hier aufgezeichneten Stunden kommen zahlreiche Vorbereitungsstunden für den Unterricht und spontane Vertretungsstunden. So fehlt beispielsweise eine Deutschlehrerin die gesamte Woche und ich habe alle ihre Stunden übernommen. Nun, am Ende der Woche, bin ich zwar geschafft, aber froh so viel Verantwortung übernommen zu haben. Es hat letztendlich hervorragend geklappt, nahezu gleichaltrige Schüler zu unterrichten. In der kommenden Woche wird die Arbeit bei der Behindertenwerkstatt einen Platz im Stundenplan bekommen.

 

Schule und Uruguay

Mittwoch, 08.04.2015

In den letzten Tagen vor Ostern musste ich mit meinen Lerngruppen, mit denen ich Deutsch neu angefangen habe, einen kleinen Test schreiben (siehe Fotos). Sämtliche Schüler hatten sich gut vorbereitet, sodass sie auf der argentinischen Notenskala von 1 bis 10 nie weniger als 8 erreichten. Am letzten Schultag vor Ostern, Mittwoch, bastelten wir in sämtlichen Klassen der Grundschule Osterhasen aus Servietten und erzählten, wie das Osterfest in Deutschland gefeiert wird.

Dem Mittwoch in Argentinien folgt in dieser Woche ein viertägiges Wochenende von Donnerstag bis Sonntag. Also machte ich mich Mittwochnachmittag nach Feierabend gemeinsam mit einem anderen Freiwilligen, Leander, nach Buenos Aires auf. Dort nahmen wir abends einen Bus in die Hauptstadt Uruguays, Montevideo. Auf dem Weg zum Busterminal überraschte mich eine die Straße kreuzende Bahn, die auf zerfallenen Schienen sich quer durch die Stadt schob.

Am Donnerstagmorgen kamen wir schließlich in Montevideo an. Während Leander in ein Hostel ging, besuchte ich meinen Couchsurfer, bei dem ich zwei Nächte verbringen wollte. Am ersten Tag erkundeten Leander und ich die Stadt per Fahrrad und waren begeistert von der Ruhe und gemütlichen Atmosphäre Montevideos. Mir gefiel besonders die ewig lange Uferpromenade am Rio de la Plata. Auffällig ist in Uruguay, dass dort noch viel mehr Mate als in Argentinien getrunken wird. Nahezu jeder hat eine Thermokanne unterm Arm geklemmt und einen Matebecher in der Hand. Zudem sind die Preise deutlich höher als in Argentinien. Den Abend verbrachte ich mit meinem sehr netten Couchsurfer und ging früh schlafen, da ich noch müde von der Busfahrt war.

Chivito - typisches Gericht Uruguays

Am folgenden Tag fuhr Leander bereits nach Punta del Este, während ich mir noch das Städtchen Colonia de Sacramento anschauen wollte. Von Montevideo aus fuhr ich drei Stunden mit dem Bus und kam schließlich in der sehr schönen, aber von Touristen überfüllten, Altstadt an. Trotzdem gefiel es mir hier sehr gut und ich schlenderte viele Stunden durch die netten Gassen. Zudem bestieg ich den Leuchtturm der Stadt und schaute mir im lokalen Museum einen 360 Grad Film über die Geschichte und Sehenswürdigkeiten Uruguays an.

viele alte Autos Ruinen Ausblick Leuchtturm Herbststimmung 360 Grad Film

Abends kam ich zurück und nach der zweiten Nacht beim Couchsurfer nahm ich morgens um 6 Uhr den Bus nach Punta del Este. Punta del Este gilt als das Saint Tropez Südamerikas und ist bekannt für große Yachten und teure Autos. In Punta del Este traf ich meinen Mitreisenden Leander wieder und wir suchten uns gemeinsam ein Hostel. Am ersten Tag besichtigten wir die berühmte Hand im Sand und das der Stadt nahgelegene Hotel Casa del Pueblo. Dieses weißes wunderschöne Haus gehörte früher einem Künstler und wurde zum Hotel umfunktioniert. 

Am Mittag schauten wir uns das Bundesligaspiel Dortmund gegen Bayern an und verbrachten schließlich den Nachmittag am Strand. Am Abend stand ein kulinarisches Highlight auf dem Programm. Gemeinsam mit anderen Hostelgästen bereiteten wir ein Asado zu und erkundeten anschließend das Nachtleben von Punta del Este. In Argentinien und Uruguay ist es üblich, Holz brennen zu lassen und die herunterfallende Kohle zum Grillen zu benutzen. Klassische Grillkohle ist hier kaum zu finden.

Den Sonntag verbrachten wir am Strand und schauten uns den Hafen an, ehe wir Sonntagabend den Bus nach Buenos Aires nahmen. In den frühen Morgenstunden kam ich schließlich Montag an und direkt ging der Alltag der Schule weiter. Da unsere Ansprechpartnerin in der Schule, die Deutschlehrerin Claudia, krank ist, muss ich viele Klassen von ihr übernehmen. Mir macht es sehr viel Freude vor ganzen Klassen Unterricht zu geben. Am Montagabend bereitete ich mit Max eine köstliche Kartoffel-Linsensuppe zu.