Berichte von 05/2015

Tierparadies Esteros del Ibera

Dienstag, 26.05.2015

Am Freitagabend nahmen wir (Leander,Max und ich) also den Fernbus zur Stadt Mercedes in Corrientes. Am frühen Morgen kamen wir dort an und erkundigten uns, wie wir zu den 130km entfernten Sümpfen gelangen können. Uns wurde ein Transfer um 12:30 versprochen, weshalb wir den Vormittag entspannt Bundesliga guckend in einem Restaurant verbrachten.

Als wir um 12:30 schließlich am Abfahrtsort ankamen, war weder ein Bus zu sehen, noch das Büro geöffnet. Also liefen wir 5km aus der Stadt heraus zu einer Kreuzung, wo die Autos zu den Sümpfen abbiegen. Nach vielen Stunden des Wartens nahm uns schließlich ein Pick-Up mit. Über drei Stunden verbrachten wir gemeinsam mit einem Pitbull auf der Ladefläche und wurde vonhochspritzendem Matsch dreckig (100 von 130km waren nicht asphaltiert). Außerdem hatten wir unterwegs technische Schwierigkeiten (siehe Foto). Im Dunkeln suchten wir uns schließlich eine Unterkunft.

Anschließend wollten wir in einem Restaurant essen gehen. Dies stellte sich als schwierig heraus, da der Tourismus erst vor einigen Jahren angefangen hat. Von der nächsten Tankstelle in Mercedes ist Carlos Pellegrini ca 2-3h entfernt. Schließlich konnten wir essen und früh schlafen gehen.

 

 

Am Sonntagmorgen erkundeten wir zunächst einige angelegte Wanderwege.Hier wurde mir sofort klar, in was für einem Tierparadies ich mich befinde. Bis auf wenige Meter konnte ich mich an Krokodile, Wasserschweine und Hirsche in Wassernähe annähern. Zudem waren unzählige Vogelfamilien und eine Affefamilie zu beobachten. Ich war sehr beeindruckt von der Anzahl der Tiere!

Um 14:00 machten wir zum Abschluss unseres Besuches noch eine zwei stündige Bootstour und sahen noch viele weitere Tiere. Am Nachmittag versuchten wir per Anhalter zurück nach Mercedes zu kommen. Viele Stunden verstrichen und es war schon fast dunkel, als ein eigentlich bereits vorbeigefahrenes Auto umdrehte und uns auf seiner Ladefläche mitnahm. Über Nacht sind wir schließlich zurück nach Cardales gefahren.

 

Freitag Cedemil

Dienstag, 26.05.2015

Kurzer Rückblick auf meinen Arbeitstag am Freitag bei Cedemil:

Am Vormittag haben meine Mitarbeiter und ich für eine argentinische Firma eine Lieferung aus China auf ihre Qualität geprüft und ettiketiert. Die Tüten aus der Lieferung sortierten wir nach unbrauchbar, verbesserungswürdig und einwandfrei.

Nachmittags stand ein besonderes Highlight auf dem Programm. Gemeinsam bemalten wir unsere Arbeitstische und waren sehr stolz, als der Tisch in strahlendem Grün glänzte. Insgesamt war es ein schöner abwechslungsreicher Arbeitstag, der mir viel Freude bereitet hat. Am Freitagabend machte ich mich auf eine unglaublich schöne Reise nach Corrientes auf. Bilder und Berichte dazu folgen morgen!

Wochenende und Empanadas

Dienstag, 19.05.2015

Den Freitag habe ich ruhig bei Bautis Familie verbracht. Seine Großeltern luden uns zu einem Asado ein und wir spielten die ganze Nacht Tischtennis. Am Samstagabend habe endlich gelernt, wie man Empanadas zubereitet. Diese in Argentinien nahezu überall zu kaufenden Teigtaschen können mit vielen verschiedenen Füllungen zubereitet werden. Zudem können sie entweder im Ofen, oder in der Fritteuse zubereitet werden.

Gemeinsam mit Facu und seinen Eltern entschieden wir uns Empanadas mit Hackfleischfüllung zuzubereiten. Zunächst schnitten wir allerlei Zutaten für die Füllung zusammen und kochten diese. Anschließend stellten wir den Teig her und stachen viele Kreise aus. Diese Kreise haben wir daraufhin mit Hackfleisch gefüllt und zu Teigtaschen geschlossen. In den Fotos findet ihr das Rezept. Wenn ihr das Rezept ausprobieren wollt und Fragen habt, könnt ihr mir jederzeit schreiben.

Am Sonntag besuchten wir gemeinsam mit einer Lehrerin (Vici) den Biopark Termaiken. Dieser sehr tierfreundlich angelegte Zoo hat mir ganz gut gefallen, obwohl ich grundsätzlich ungern in Zoos gehe. Den gesamten Tag verbrachten wir in dem Zoo und besuchten abends die nahewohnenden Eltern der Lehrerin. Gemeinsam genossen wir ein Asado und quatschten viel. Es war ein wunderbarer Sonntag!

Wochenende und Cedemil

Donnerstag, 14.05.2015

Die letzten 100 Tage sind angebrochen und die Zeit plätschert immer schneller vor sich hin. Ich genieße meine Zeit hier und ganz besonders die Wochenenden. Inzwischen habe ich mir hier einen großen Bekanntenkreis aufgebaut, sodass aufkommende Langeweile ausgeschlossen ist.

So war ich am Freitagabend mit einigen Schülern Fußballspielen und anschließend bei Facu (unser Freund und ein Lehrer) Pizza essen. Die Nacht verbrachte ich mit dem Schüler Bauti und seiner Familie. Wir spielten Fifa und quatschten viel. In letzter Zeit besuche ich nahezu täglich die sehr freundliche Familie mit ihrem lustigen Papa. Seit dieser Woche gehe ich zudem gemeinsam mit Bauti zu seinem Fußballtraining, was mir große Freude bereitet. Endlich habe ich wieder die Möglichkeit, fit zu werden.

Am Samstag musste ich ein Asado für Edgar, eine Bekanntschaft von meiner Patagonienreise, zubereiten. Mit ihm hatte ich während meines Aufenthaltes bei einem Couchsurfer in San Martin de los Andes gewettet, das Dortmund gegen Juventus weiterkommt. Er glaubte als Juventusfan natürlich an den Erfolg seines Teams und behielt leider Recht. Also besuchte er Max und mich und bekam ein Asado zubereitet. Edgar reist seit vielen Jahren per Anhalter durch Argentinien und finanziert sich durch kleine Jobs und den Verkauf seiner selbstgebackenen Brote. Es war ein sehr interessanter Nachmittag!

Am Abend wollte uns ein Freund aus dem Dorf, Richard (Nachbar der befreundeten Lehrerin Paula), zu einem Abendessen einladen. Es sollte jedoch nicht irgendein Abendessen werden, sondern es ging in eines der besten Restaurants Argentiniens, das Chizza. Die zahlreichen Vorspeisen, tollen Hauptgerichte und hervorragenden Nachtische mitsamt einem leckeren Wein machten den Abend zu einem ganz besonderen kulinarischen Highlight für mich!

Den Sonntag schlief ich aus und erholte mich für die kommenden Arbeitstage. Am Nachmittag besuchte uns noch der befreundete Freiwillige Leander und wir grillten gemütlich. Am Dienstag hatte ich meinen zweiten Arbeitstag bei Cedemil. Den gesamten Tag bastelte ich den Körper für Tüten, in denen später die Kekse der Fundacion verkauft werden. Zunächst machte ich wie auf den Fotos zu sehen einen Knick und beschmierte diesen mit Kleber. Anschließend schloss ich den „Körper“ der Tüte. Diese Arbeit scheint zwar sehr monoton und langweilig, doch die tollen Gespräche mit meinen Mitarbeitern lassen die Zeit schneller vergehen. Mir gefällt die Arbeit bei Cedemil gut, was insbesondere an den tollen herzlichen Leuten dort liegt!

1. Schritt 2. Schritt 3.Schritt

Zum Schluss noch ein paar Fotos: Der schwarze Hund ist mir vom Dorf bis zur Schule gefolgt und folgte mir den gesamten Tag lang zu jedem Ort. Auf dem dritten Foto ist der Hund von unserem Freund Richard zu sehen. Insgesamt habe ich eine echte Leidenschaft für Hunde entwickelt. Auf dem vierten Foto ist eine typische argentinische Szene zu sehen: Ein Pferd grast an der Autobahn. Auf dem letzten Foto ist zu sehen, wie der argentinische Winter sich mit seiner Feuchtigkeit nähert. Bis dann!

 

Cedemil

Freitag, 08.05.2015

Donnerstag hatte ich meinen ersten Arbeitstag bei der Behindertenwerktstatt Cedemil. Morgens um 9 erschien ich in der Fundacion und wurde der Werkstatt "Verpackungen" zugewiesen, während Max der Konditorei helfen sollte. Insgesamt werde ich nun zwei Monate lang an zwei Tagen in der Woche in der Verpackung helfen, ehe ich mit Max die Einsatzstelle tausche. Mein Stundenplan sieht nun wie folgt aus:

An meinem ersten Arbeitstag habe ich bis zum Mittagessen mit einer Schablone Linien auf Papierstreifen gezeichnet und anschließend Tüten zusammengeklebt. Diese Arbeit machte mir große Freude, da ich sehr viel mit meinen Mitarbeitern quatschen konnte. Sie waren alle unfassbar herzlich und interessiert an meiner Kultur. Die Tüten werden für den Verkauf der Produkte der Behindertenwerkstatt benutzt. So verkauft Cedemil Marmeladen, Kekse, Honig und vieles mehr. Nach dem Mittagessen setzte ich die Arbeit fort, ehe wir in der letzten halben Stunde die Werkstatt aufräumten und putzten. Während die anderen Mitarbeiter in einem Bus weit nach Hause gefahren werden mussten, brauche ich mit dem Rad nur 15min zur Arbeit.

Insgesamt war es ein aufregender schöner erster Tag bei Cedemil und ich freue mich auf die folgenden Aufgaben!

Rosario!

Mittwoch, 06.05.2015

In diesem Blogeintrag möchte ich von meinem Wochenende in Rosario berichten. Aus Rosario kommt nicht nur Messi, sondern auch Di Maria und Che Guavara wurden dort geboren.

Auch in Argentinien ist der 1.Mai ein Feiertag, sodass ich ein dreitägiges Wochenende genießen durfte. Am Donnerstagabend besuchte mich der Freiwillige Leander, während mein Mitfreiwilliger Max sich auf die Reise nach Montevideo machte. Wir aßen zusammen in einem Restaurant in Los Cardales zu Abend und gingen früh schlafen.

Am nächsten Morgen wurden wir gemeinsam mit Jeremias von einem befreundeten Couchsurfer eingesammelt, der uns angeboten hatte, uns nach Rosario mitzunehmen, da er dort ohnehin hin musste. Ca 30km vor Rosario stiegen wir aus und wurden von unserem Couchsurfer aus Rosario eingesammelt. Er fuhr mit uns zum Ferienhaus seiner Eltern. Dort hatten seine zahlreichen Freunde bereits ein köstliches Asado zubereitet. Im wunderschönen Haus aßen wir alle zunächst zusammen und spielten anschließend im Garten Fußball. So verbrachten wir den ganzen Tag und fielen abends erschöpft ins Bett.

Mein Couchsurfingzimmer Fußballfeld im Garten

Am Samstag gingen wir vormittags frühstücken und besorgten Tickets für das Fußballspiel vom Klub "Rosario Central", welches am Abend stattfinden sollte. Danach erkundeten wir gemeinsam mit unserem tollen Gastgeber die Sehenswürdigkeiten der Stadt. Mit interessanten Infos und viel Hintergrundwissen wusste er, uns für seine Stadt zu beigeistern. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir das "Monumento historico nacional a la Bandera", welches zu Ehren der argentinischen Flagge gebaut wurde.

Am Mittag besuchten wir ein hervorragendes VEGETARISCHES All-you-can-eat Restaurant. Denn neben uns drei Jungs, war noch ein weiterer vegetarischer Couchsurfer bei unserem Gastgeber Gaston untergekommen. Am Nachmittag lud uns Gaston zu einer wunderschönen Bootstour auf seinem kleinen Motorboot ein. Wir erkundigten den riesigen Parana mitsamt seiner zahlreichen ruhigeren Nebenarme. Ein wunderschöner Ausflug!

Abends gingen wir ins Fußballstadion von Rosario Central. Durch Gaston waren wir bereits mit Trikots ausgestattet worden. Gegen das Team Huracan spielte es zwar nur 1:1, doch insbesondere die Stimmung beim Empfang der Mannschaften war atemberaubend. Durch die zahlreichen Bengalos und Fahnen sah das Stadion fantastisch aus. 

Am Sonntag frühstückten wir gemeinsam am Fluss und spazierten entlang der ehemaligen Hafenanlagen, die nun in Kulturzentren umgebaut wurden, ehe wir nachmittags nach Hause fuhren.

Insgesamt ist Rosario in meinen Augen eine sehr innovative Stadt die sich im Wandel befindet. Der Hafen wurde in den Norden und Süden der Stadt verlegt, während aus dem ehemaligen Hafen zahlreiche Museen und Restaurants geworden sind. Darüber hinaus sind überall in Rosario öffentliche Gemüsegärten in den Parks zu finden und Sonntag werden alle Straßen für Autos gesperrt. Rosario ist nicht nur durch diese Maßnahmen eine sehr lebenswerte Stadt, die mir gut gefallen hat. Einen großen Anteil daran hat unser netter Gastgeber Gaston.

Zuletzt noch ein Bild aus dem Unterricht in Kleingruppen: