Nordreise Salar de Uyuni Bolivien

Donnerstag, 17.09.2015

 Eine unendliche weiße Wüste, die 50mal größer als die gesamte Stadt Düsseldorf ist.

Von Salta aus machten wir einen Abstecher zur weltberühmten Salzwüste Salar de Uyuni in Bolivien. Früh morgens nahmen wir den Bus in das argentinische Grenzstädtchen La Quiaca. Dort stiegen wir aus und überquerten zu Fuß die Grenze nach Bolivien (s.3.Foto). In der bolivianischen Grenzstadt Villazon deckten wir uns mit bolivianischen Pesos ein und nahmen anschließend den Zug nach Uyuni. In unserem Zugticket für wenige Dollar war nicht nur ein sehr bequemer Sitz enthalten, sondern auch noch ein Kaffee- und Kuchenpaket, was die Fahrt sehr angenehm machte. Besonders beeindruckend fand ich jedoch das angebotene Abendbrot. Man konnte zwischen 30 (!) verschiedenen frischen warmen Gerichten auswählen. Ich entschied mich für Pfeffersteak und wurde nicht enttäuscht. Eine wirklich sehr angenehme Zugfahrt!

Schließlich kam ich mit meinem Mitreisenden Max um 2:00 nachts bei 10 Grad unter Null in Uyuni an. Schnell konnten wir ein angenehmes Hostel nehmen. Am nächsten Morgen standen wir früh auf und erschienen in dem Reisebüro, in dem ich eine viertägige Tour durch die Wüste gebucht hatte. Lange hatte ich mich zuvor über Anbieter informiert, da immer wieder von betrunkenen Fahrern zu lesen ist. Eines schon mal vorweg, unsere Tour beim "Esmeraldatours" war fantastisch mit unserem Fahrer Antonio. Nach dem wir uns morgens um 9 angemeldet hatten, verbrachten wir noch zwei Stunden mit Provianteinkäufen ehe es im Pickup mit einem amerikanischen und einem niederländischen Päärchen losging. In den folgenden Tagen waren Max und ich als Übersetzer vom Spanischen ins Englische tätig.

 

 

Unsere erste Station war ein alter Zugfriedhof. Ungefähr 50 alte Lokomotiven und Waggons standen am Wüstenrad und rosteten vor sich hin. Es hat viel Spaß gemacht, auf ihnen rumzuklettern und immer wieder neue Ecken zu entdecken.

Vom Zugfriedhof aus ging es endlich zum Highlight der viertägigen Tour, zur Salzwüste. Mitten in dieser unendlichen Weite weißen Fläche hielten wir an und hatten die Möglichkeit, Fotos zu schießen. Da es keine Anhaltspunkte gibt waren fantastische Spiele mit der Perspektive möglich. Doch bereits hier machte mir etwas die Höhenluft zu schaffen. Ich denke die Fotos sprechen ansonsten für sich.

Nachdem wir nachmittags in unserer sehr einfachen Unterkunft angekommen sind, fuhren wir zum Sonnenuntergang nochmal raus in die Salzwüste. Am Rand der Salzwüste konnten wir einige Wasserpfützen entdecken, die den Sonnenuntergang toll reflektierten. In den Monaten Januar und Februar ist die gesamte Salzwüste unter Wasser und reflektiert den Himmel. Die Abendstimmung war jedenfalls unglaublich und ich fühlte mich, als sei ich auf einem anderen Planeten.

 

Am nächsten Morgen hatten es sich rund um unsere Unterkunft einige Lamas bequem gemacht. Während in der Salzwüste selber keine Flora und Fauna vorhanden ist, sind am Rand der Wüste viele Tiere anzutreffen.

Anschließend brachte mich der Vulkan Tunupa an den Rand meiner Kräfte. Gemeinsam mit einem Guide nahmen wir den 5300m hohen Vulkan in Angriff. Bereits auf einer Höhe von 3800m starteten wir und sollten 1500 Höhenmeter überwinden. Leider habe ich es nur an den Kraterrand auf 5000m geschafft, da ich kaum noch Luft kriegte und meine Kopfschmerzen unerträglich waren. Denn in dieser Gegend ist der Sauerstoffgehalt nicht nur durch die Höhe sehr niedrig, sondern auch durch das Fehlen von Bäumen. Die Aussicht auf die schier unendliche Salzwüste entschädigte für die Strapazen und auf dem Rückweg konnten wir einer Höhle sogar einige Mumien bestaunen.

Am späten Nachmittag besuchten wir die Kaktusinsel. Inmitten der Salzwüste liegt nämlcih eine kleine Insel die randvoll mit Kakteen bewachsen ist. Ein wirklich wunderschöner Ort.

Am dritten Tag besuchten wir verschiedene Vulkane und Lagunen, die alle zwischen 4000 und 5000m Höhe liegen. Die Landschaft war wirklich unglaublich. Egal wo ich hinschaute, in alle Richtungen waren Vulkankegel zu sehen und ich kam mir vor, als sei ich auf einem fremden Planeten. Die unglaublichen Steinformationien und wunderschönen Flamingos rundeten das Bild ab.

Am vierten Tag stand noch ein  Besuch von Geysiren und einer Terme auf dem Programm. Es war schon eine besondere Überwindung bei Außentemperaturen von weit unter 0 Grad in die schönen warmen Thermen zu springen. Doch ich muss sagen, es hat sich gelohnt!

Am Nachmittag endete schließlich die wunderschöne Tour durch die Salzwüste und die Hochebene zwischen Chile und Bolivien. Ich muss sagen, es war eine der besten Touren meines Lebens! Diese Eindrücke werde ich niemals vergessen.